Zuverdienst nach §§53/54: 3-Jahres-Bericht 2011-2013

Kurzzusammenfassung und Fazit
32 Personen haben insgesamt am Modellprojekt teilgenommen. Bislang haben sich 8 Personen über die gesamte Projektlaufzeit von 32 Monaten in der Maßnahme verstetigt. Darüber hinaus nehmen derzeit 10 weitere Personen mit kürzerer Teilnahmedauer an der Maßnahme teil. 14 Personen haben die Maßnahme bislang abgebrochen. Trotz einer herausfordernden arbeitsmarktnahen Beschäftigungsumgebung erreichen TeilnehmerInnen mit eingeschränkter Erwerbsbefähigung im Mittel relativ gute Leistungskennwerte (bei der Erfüllung einer fremdbestimmten Tagesstruktur; sukzessive Erhöhung der Wochenarbeitszeit; Fähigkeit, an verschiedenen Standorten, in verschiedenen Schichten und unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen eingesetzt zu werden; relativ hohe Raten der Anwesenheit am Beschäftigungsplatz). Es konnte gezeigt werden, dass regelmäßige Beschäftigung (gesundheits-) stabilisierend wirken kann. Die Analyse ergab eine Reduzierung im Mittel bei krankheitsgeschuldeten Abwesenheitszeiten über einen Zeitraum von 32 Monaten.

Das Modellprojekt gewährleistet für relativ viele TeilnehmerInnen eine (kostengünstigere) Alternative zur Werkstatt für behinderte Menschen. Darüber hinaus kann die mittelfristige Teilnahme am Modellprojekt so stabilisierende Wirkung haben, dass weitere Leistungen der Eingliederungshilfe vermieden oder reduziert werden können. Setzt man die Kosten des Modellprojektes in Verhältnis zu den eingliederungshilferelevanten Kostenersparnissen (Social Return on Investment), übertreffen die Einspareffekte die Kosten in allen Bezugsjahren.

Durch die Nähe und den Austausch mit behinderten und nicht-behinderten KundInnen und KollegInnen hat das Modellprojekt einen hohen inklusiven Mehrwert. Durch einen intensiven KundInnenkontakt sowie den relativ hohen Erfüllungsdruck des regulären Geschäftsbetriebes erfahren TeilnehmerInnen eine arbeitsmarktnahe Beschäftigungsumgebung. In einem solchen Umfeld können Beschäftigte in Abhängigkeit ihrer persönlichen Kompetenzprofile abgestufte wirtschaftlich verwertbare Leistungen erbringen und werden durch den Arbeitsalltag, regelmäßige Teamsitzungen sowie ergänzende Fortbildungsmaßnahmen qualifiziert. Die Mitarbeit in einer solchen authentischen und normalen Beschäftigungsumgebung generiert bei den Beschäftigten eine hohe Lebenszufriedenheit und bietet die langfristige Möglichkeit zur Verstetigung.

Bericht

Scheer, M. (2013). Bremer Zuverdienst-Modellprojekt nach §53 SGB XII: Projektbericht 2011-2013. Unveröffentlichter Projektbericht, gGesellschaft für integrative Beschäftigung mbH. Bremen, 16 Seiten. (pdf ...hier...)




 
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