'Stadtwirte' - unser neues Buch ist in der Mache

 

Der in Buchform entstehende Atlas 'Stadtwirte' führt uns zu Menschen und Orten, die etwas haben, was die anderen nicht haben und die etwas machen, was gemacht werden muss: Expansion durch Inspiration, inklusive Inklusion! Wir kartografieren die Urbarmachung unwegsamer Gelände: real, sozial, arbeitstechnisch, ökologisch, ökonomisch. Eine ganzheitliche Stadtentwicklung im Auge vieler Betrachter und Gestalter, die ihre Worte und Taten den großen Angelegenheiten unseres Zusammenlebens widmen und die Machbarkeit von allem von vornherein nicht ausschließen können und wollen.

ALL-IN #1: Annalinde Leipzig

 

 

'All IN' lauten unsere Initialen und der Stadtgarten Annalinde Leipzig (...hier…) sowie der daraus erwachsene und von selbigen saisonal und regional belieferte Gastraum Pekar (...hier…) offenbaren, wie man mit zündenden Ideen Entwicklungen auslöst und aushält, bis die komplexe Querschnittsaufgabe von ökologischem Gemüseanbau, biologischer Vielfalt und einer Gastronomie, die es gekonnt mit dem Jetzt oder Nie von erntefrischem Gemüse aufnimmt, auch in die letzten Mundwinkel der Städte geschafft hat. Hier wird die Rechnung noch mit dem Wirt gemacht, dem Stadtwirt!  

 

Dominik, Philipp, Manu und Jakob sind nicht etwa findige Namen für neue Tomatensorten, sondern jener Gründerväter und Macher, die sich nach allen Regeln der landwirtschaftlichen und (im wahrsten Sinne) bildenden Kunst, Captain Future für eine zukunftsfähige Ernährungswende auf die Kappe schreiben können. Da Eigenlob stinkt, übernehmen wir das mit dem anerkennenden auf die Schulter klopfen. Es war uns eine Ehre. Seht selbst!

 

 

Annalinde Leipzig
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ALL-IN #2: Pekar, Multi-Cuisine

 

 

Pekar
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ALL-IN #3: Die Komplette Palette

 

Auf dem Stadtwirteradar macht sich ein friesisch - herbes „Moin Moin“ bemerkbar! Die Lokalisation dieser eindeutig hanseatischen Vokalisation führt uns direkt an den Strand vom Hemelinger Sand: Die lautmalerische Poesie der gegenwärtigen Bremer Topographie! Auch Kulturlandschaft genannt. „Irgendwie kann man sich auf dieser Weser umwobenen Landzunge auf alles einen guten Reim machen“, sagt nicht sondern denkt sich Freiheitsproduzent und DKP - Die Komplette Palette - (...hier…) Agent Immo Wischhusen in seinen schnurrenden Bart hinein, bevor er den umliegenden Körper in der Weser versenkt, um ein paar Minuten später, ganz im Dienste des DKP Gesamtkunstwerks, an der Strandbar wieder aufzutauchen und seinen Stimmgabeln ein Funky Flavour geräuchertes: „Machs dir selbst!“ einzuhauchen. Die Komplette Palette ist eine konsequente Machbarkeitsstudie für Selfmade - Aktionäre, ein Erkenntnisreich, das sich über eine Fläche von 7000 qm erstreckt und auf der bis dato ca. 420 kulturell drapierte und zwischenmenschlich organisierte Europaletten thronen. Eine pulsierende Freilichtbühne mit gegenüberliegender Bar und anschließenden Spielplatz für Kinder und stetig Erwachsende haben sich schon als zuverlässige Bausteine für eine neue soziale Realität in Bremen erwiesen. Laut Immo ist dieser Ort ein menschliches Gewächshaus für ein fruchtbares und nicht etwa furchtbares Miteinander. What a difference an R makes! Respekt!!!

 

 

 

Die Komplette Palette
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ALL-IN #4: BioStadt Bremen

 

Was unser Tellerrand mit der Tischkante vom Bremer Senat zu tun hat und wie dieser entzückende, pastellfarbene Trecker ins Bild gekommen ist, das kann uns nur die Referentin der Biostadt Bremen Claudia Elfers plausibel machen (...hier…). „Bio“- ist die Vorsilbe für ihren Tätigkeitsschwerpunkt und ihr täglich Obst und Gemüse; beruflich und privat! Wenn man das in puncto Essen nicht voneinander trennen möchte, dann ist das ein klares Bekenntnis zu Bio-Lebensmitteln, naturnaher Landwirtschaft und allen damit einhergehenden Konsequenzen, die eine breite Vielfalt ökologisch hergestellter Mahlzeiten zur Folge haben sollen - und zwar auf allen Tellern in öffentlichen Einrichtungen. Ja, richtig gelesen! Die Dame auf dem Traktor - der Marke Fendt Farmer 2- hat sie alle im Visier: die Kitas, die Krankenhäuser, die Verwaltungseinrichtungen und Seniorenresidenzen! Aber auch die Bremer Gastronomie und Tourismusbranche soll auf den Geschmack kommen und die allumfassenden Vorteile von ökologisch produzierten Lebensmitteln an die große Glocke hängen. Und da insbesondere diese Vorliebe durch den Magen geht und Probieren über dem Studieren steht, braucht es Orte und Gelegenheiten, in der sich Erzeuger, Verarbeiter und Verbraucher der regionalen Qualitätsprodukte vis á vis begegnen können. Für Claudia Elfers das Bergfest einer erfolgreichen Netzwerkarbeit: Biomärkte! Sie ruft sie ins Leben. An Orten, wo man sie nie erwarten würde. Und bringt so Menschen zusammen, die von alleine nie aufeinander gekommen wären. Wie und warum sie innovative Kooperationen anfeuert und auf die ökologisch verträglichere Ernährungswende besteht, erklärt sie uns en detail, bevor sie den ungedüngten Strohballen stilsicher in den Himmel hievt. Mit den Worten: „Da ist noch Luft nach oben!“

 

 

 

ALL-IN #5: Hopfenfänger

 

Stadtwirt und Hopfenfänger Markus Freybler ist als diplomierter Ingenieur für Brauwesen und Getränketechnologie mit allen branchenüblichen Bieren gewaschen und verfügt über beachtliche immaterielle Vermögenswerte; das richtige Know-how! Gewusst wie, macht er sich an die individuelle Brauproduktion und kreiert einen alchemistischen Goldmachersaft, der seinem Namen einem Roman zu verdanken hat: Der Fänger im Roggen! Einmal gelesen, wirkt er lange nach. Manche begleitet er sogar ein ganzes Leben lang. Ein gutes und ehrliches Bier vermag ähnliche Verbindungen zu seinen Verkostern einzugehen. In Bremen und umzu ist mittlerweile angekommen: der Hopfenfänger aus der Bremer Braumanufaktur (...hier…) ist nie die falsche Entscheidung! Bier ist laut Markus Freybler zu einer sensiblen Vertrauenssache geworden und deshalb machen sich viele Bierpatrioten auf die Suche nach neuen Quellen. Und zwar jene, die über die geschmackliche Vielfalt hinaus mit besonderen Qualitätsansprüchen überzeugen können und Heimatverbundenheit glaubhaft vermitteln. Markus Freybler geht sogar so weit, dass er seinen qualitativ hochwertigen Aromahopfen im heimatlichen Hafen der Bremer Überseestadt wachsen lässt. Mit der Gemüsewerft ruft er so eine beispielgebende Allianz zwischen individueller Braukunst und innerstädtischem Hopfenanbau ins Leben. Eine Hopfenplantage als Dauerkultur jenseits der Hallertau?.. Klingt zunächst als würde man den nordischen Bock zum Gärtner machen wollen. Allen Zweiflern zum Trotz klettern die hochfeinen Aromasorten in die Höhe und ranken sich um die besten Plätze am Bremer Himmel und im Bremer Hopfenfänger. So als ob die Phantasie der Stadtwirte mit den Dolden durchgegangen wäre. Das ist der Stoff aus dem Biere und Romane mit unverwechselbaren Charakter gemacht sind.

 

 

 

 

 

Hopfenfänger

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ALL-IN #6: Dr. iur. Meyer

 

Ein Stadtwirt akademischen Grades, dessen stattliche Erscheinung allein schon einen Doktortitel verdient hätte. Das Privileg seiner Aura steht außer Frage. Dr. iur. Thomas Meyer sitzt uns Gegenüber, angriffslustig und mit einem Blick, der vorgibt: Mein Name ist Hase. Eine Mischung, die alle Gesprächsteilnehmer aus der Reserve lockt und zur Höchstform auflaufen lässt. Wir fragen uns, ob er das als Jurist und Programm-Manager in der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit auch so macht: in Belgrad, Sarajevo, Tiflis und all den anderen osteuropäischen Metropolen, in denen deutsches Engagements in rechtsstaatlichen Reformprozessen gefragt ist. Er kommt und arbeitet sozusagen wie gerufen - aktuell in Tiflis / Georgien. Doch heute sprechen wir mit ihm als Sohn und eines von fünf Kindern, nach deren Eltern eine Straße und ein Jugendhaus benannt sind. Wir nehmen Platz im Ute - Meyer – Weg, direkt am Heinrich Meyer Jugendhaus, in einem Stadtteil, das sich Osterholz - Tenever nennt und das so ziemlich den schlechtesten Ruf Bremens genießt. Doch seit dem die Eheleute Meyer dort gelebt haben, gibt es zwei gravierende Probleme weniger: fehlende Kindergartenplätze und ein fehlender Jugendtreff. Eine Handlungslogik, die auf bürgerlichen Engagement aufbaute, ehrenamtlich ausgerichtet war und zum Wohle der Allgemeinheit in unmittelbarer Nachbarschaft wirkte. Heute, also 50 Jahre später, ist von einer commonsbasierten Zukunft die Rede, die sich laut Dr. iur. Thomas Meyer erstmal einem Realitätscheck unterziehen müsse, um als tragfähige Vision zu gelten und u.a. die Urban Gardening Bewegung in den begründeten Fokus des allgemeinen Interesses zu rücken. Denn eine Privatisierung durch Vergemeinschaftung, die aus einer reinen Aversion gegen Staatlichkeit rühre, könne es ja nun auch nicht sein. Wir reden und gehen weiter, kommen an der alteingesessenen Eisdiele vorbei, gleich neben der einzigen Shopping-Gelegenheit des Viertels und hören den Dr. iur. aufheulen: „Woolworth, da habe ich damals meine erste Platte gekauft - Ballroom Blitz von The Sweet". Wir finden der Typ ist ein Hit und laden ihn in unser Buch ein und zu einem Spaghettieis, das vorrangig nach heimatlichen Gefilden schmecken soll.

 

 
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