Arbeit und Beschäftigung

Für Menschen mit eingeschränkter Erwerbsbefähigung ist es im Kontext der aktuellen Entwicklungen des ersten Arbeitsmarktes äußerst schwierig, eine sozialversicherungs-
pflichtige Beschäftigung zu bekommen oder diese länger zu behalten. Es ist zwar nicht en vogue aber dennoch offensichtlich und beobachtbar, dass in erster Linie gesunde und leistungsfähige Menschen eine nachhaltige Chancen haben, eine Erwerbsarbeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu finden und dieser möglichst lange -also idealtypisch bis ins Rentenalter- nachgehen zu können. Zum einen begründet sich dies in den immer größer werdenden Anforderungen an Erwerbstätige, die ein hohes Maß an psychischer und physischer Gesundheit abverlangen. Wirtschaftsunternehmen und -verbände nennen Kernkompetenzen wie Flexibilität, Mobilität, Problemlösungskompetenz, Kommunikations-
fähigkeit, Durchsetzungsvermögen, Frustrationskompetenz, Selbstständigkeit, Ausdauer und Vieles mehr als unerlässliche Schlüsselqualifikationen für zukünftige Erwerbsarbeit. Zum anderen sieht sich die deutsche Gesellschaft mit einer zunehmenden Arbeitslosenquote konfrontiert, die sich absolut kontraproduktiv auf die Integration von Menschen mit bspw. psychischen Beeinträchtigungen auswirkt. Es gibt also immer weniger Jobs, und deren Leistungs- und Qualifikations-
ansprüche steigen zudem beständig an. Menschen mit Beeinträchtigungen können diesen Anforderungen -häufig aus krankheitsbiografischen Gründen- im geforderten Maße kaum oder gar nicht bedienen und es gelingt nur selten, aus der Arbeits- und Beschäftigungslosigkeit herauszukommen bzw. -eine regelmäßige Beschäftigungsgelegenheit zu finden.

Das Fehlen einer Arbeit bzw. Beschäftigung kann bekanntermaßen dazu führen, dass sich Krankheitssymptomatiken einstellen, verfestigen oder schlimmstenfalls diversifizieren. Arbeits- und Beschäftigungslosigkeit kann zu sozialer Isolation und allgemeiner Antriebslosigkeit führen. Arbeit tut zwar nicht immer gut, aber meistens schon. Auf diese einfache Formel kann man es vielleicht bringen. Abgesehen von den negativen Auswirkungen, die durch psychische und physische Belastungen am Arbeitsplatz entstehen können, stehen in der Regel eher die positiven Auswirkungen von regelmäßiger Beschäftigung bzw. (Erwerbs-) Arbeit im Vordergrund. Die im Arbeitsprozess vermittelten Erfahrungen gelten häufig als Garanten psychischer Gesundheit. Arbeit erhöht nachweislich die Lebenszufriedenheit und Lebensqualität. Dies gilt ebenso für Beschäftigungsverhältnisse in geschützten Arbeitsumgebungen, da hier analoge Erlebniskategorien angeboten werden. Und genau hier setzt das Beschäftigungskonzept der GiB an.

 
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